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Händewaschen für die Seele

  • 15. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit
Hände waschen
Hände waschen

Wie oft duscht du dich? Wie oft putzt du dir die Zähne? Wie oft am Tag wäschst du dir die Hände? Wie oft wechselst du deine Kleidung?


All das sind Maßnahmen der Körperhygiene.


Die Hygienestandards haben sich in unseren Breiten in den letzten 200 Jahren massiv geändert. Körperhygiene ist etwas Selbstverständliches geworden.

Viel schlechter bestellt ist es leider um unsere Seelenhygiene. Auch die Seele bräuchte mehrmals täglich Zuwendung, „Reinigung“ oder Balsam.


Wir waschen uns die Hände, weil wir mit Schmutz und Bakterien konfrontiert sind, weil uns etwas an den Händen haftet, was wir loswerden wollen. Weil es sich für uns angenehm anfühlt, saubere Hände zu haben. Es geht dabei nicht nur um Schmutziges, Schädliches, auch vor dem Kochen, während des Kochens, nach dem Teigkneten, nach der Gartenarbeit haben wir das Bedürfnis die Hände zu waschen.


Die Seele ist auch mit vielen Schadstoffen, Bakterien, Verschmutzungen konfrontiert: Nachrichten, Informationsflut, Zeitdruck. Auch Gefühle setzen ihr zu: Angst, Sorgen, Stress. Auch da gibt es Klebriges und Staubiges. Auch der Seele tut es gut, sie zwischendrin zu spülen, frei zu machen.

Wie geht das? Wie geht Händewaschen für die Seele? Das kann mit ein paar bewussten, tiefen Atemzügen gelingen. Auch ein Seufzer wirkt: Ganz intuitiv seufzen wir manchmal zwischendrin. Heute weiß man aus der Forschung, dass damit der Vagusnerv aktiviert wird. Er ist zuständig für Entspannung und Regeneration. Durch die Nase einatmen und circa doppelt solange durch den Mund ausatmen. Vielleicht sogar geräuschvoll. Was sich hier so technisch anhört machen wir ganz unbewusst, wenn wir seufzen. Ich liebe genussvolle tiefe Seufzer, sie ermöglichen Instantentspannung für das Gesamtsystem.


Es gibt noch andere einfache Seelen-Händewaschoptionen: ein inneres Lächeln, ein bewusstes Wahrnehmen des Augenblicks. Auch mit der Ausrichtung auf etwas Schönes, Erfreuliches, Herzerwärmendes tust du deiner Seele zwischendrin Gutes. Sei es in der Natur, oder sei es Kunst. Meist ist es ein Innehalten, ein Pausieren des Alltagsstroms.


Auch ein tatsächliches Waschen der Hände kannst du nutzen, um dir Wohlgefühl auf psychischer Ebene zu ermöglichen. Nimm das Händewaschen selbst als Metapher und stelle dir währenddessen vor, dass du dich auch mental reinigst, dass du etwas loswirst, etwas abspülst. Der seifige Schaum kann dir zusätzlich helfen ein Wohlgefühl zu erzeugen. Genussvoll.


Im Herbst, wenn wir wieder vermehrt in Innenräumen sind, wenn die Krankheitserreger wieder Hochsaison haben und du vielleicht deshalb auch des Öfteren deine Hände wäschst, dann sei dir bewusst, auch die Seele braucht grad viel Zuwendung. Es wird finsterer, es wird kühler, der Arbeitsdruck ist meist sehr hoch, umso mehr vergönne auch deiner Seele immer wieder ein kleines Ritual, nicht nur Händéwaschen, vielleicht auch ab und zu ein Vollbad. Vielleicht sogar mit Schaum. J

 

Meine optimistische Zukunftsvorstellung besteht darin, dass Seelenhygiene in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten genauso selbstverständlich wird wie Körperhygiene. Das täte unserer Welt nur allzu gut.


 
 
 

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