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Pfiffigkeit

vor 12 Stunden
2 Min. Lesezeit



Manchmal glaube ich, wir nehmen das Leben viel zu ernst. Wir stehen auf, machen, was man eben so macht, erledigen, was erledigt werden muss, funktionieren unsere To-do-Listen ab und wundern uns am Abend, warum wir eigentlich so erschöpft sind. Und fragen uns manchmal: Was soll das Ganze? Fad? Langweilig? Immer dasselbe?


Ein kleines Experiment für dich: Pfeif doch mal zwischendurch. Jetzt. Einfach so. Nicht metaphorisch. Also meinetwegen schon auch. Aber ich meine tatsächlich pfeifen. Eine kleine, pfiffige Melodie, vielleicht auch ein Kinderlied. Ja, jetzt! Das kann Großes bewirken. Du denkst dir vielleicht: „Naja, jetzt geht das grad nicht, weil …“ Oder du denkst dir: „Na, wieso soll ich das machen? Ist doch Blödsinn.“ Meine Empfehlung: Mach´s trotzdem.

Hast du es gemacht? Gratuliere.


Manchmal ist es gut, etwas Neues auszuprobieren, etwas anders zu machen, als wir es immer tun, etwas Unsinn in unser Leben einzuladen, etwas Unvernunft.  Überrasch dich selbst. Oder andere. Oder beides.

Nicht alles muss einen Sinn haben. Nicht alles muss gesund, vernünftig, effizient oder sinnvoll für die persönliche Weiterentwicklung sein. vielleicht gehst du einen anderen Weg, als üblich. Vielleicht setzt du dich in deiner Wohnung an einen Platz, wo du noch nie gesessen bist. Vielleicht baust du am Heimweg ein paar Wechselschritte ein, wenn du ganz mutig bist sogar ein paar Hüpfer. Mit pfeifen? Hui!


Über die Wiese rollen, am Boden herumkugeln, Hampelmänner machen, jauchzen, einen fetten Grinser aufsetzten, Zunge zeigen.  - Zunge zeigen macht man nicht . Eben. Das MACHTMANNICHT darf mal Pause machen. Und so, wie das Kind hier die Zunge zeigt ist es ja weder aggressiv, noch beleidigend, sondern witzig, pfiffig. Bei der Auswahl des Bildes hab ich mich selbst ertappt: Darf ich das nehmen? Ist doch ungehörig, was das Kind da macht. Ich suche vielleicht ein „netteres“ Bild, auf dem ein Kind lacht. Aber genau in diesem Bild mit Zunge zeigen steckt für mich die Pfiffigkeit, weil es frech ist, weil es ein bisserl provoziert, weil es ein wenig unbrav ist – eben pfiffig. Es hat ein Wohlwollen im Kern, Lebensfreude und den gewissen Dreh.


Über leg doch mal, was deine Lebensgeister weckt. Was bedeutet Pfiffigkeit für dich?

Für mich hat Pfiffigkeit einerseits etwas Schlaues in sich, aber auch etwas Freches, Unkonventionelles. Sie beinhaltet für mich auch Humor, Verspieltheit und eine Prise Unsinn. Manchmal braucht die Pfiffigkeit auch ein bisschen Mut. Mut, vom Herkömmlichen abzuweichen.

Erlauben wir uns doch mehr Pfiffigkeit, seien wir doch ein bisserl mehr unvernünftig, wecken wir doch immer wieder die Pippi in uns. Lasset uns immer wieder pfeifen, hüpfen oder jemanden ganz herzlich umarmen. Bissi frech, burschikos, lebendig.


Ja, ich weiß, es gibt große Problem und Sorgen. Aber die lassen sich nicht mit Resignation und Missmut lösen. Wir brauchen sie grad die Kraft, die Energie, die Zuversicht. Und die Pfiffigkeit kann diese nähren. Also: Pfeif da nix. Bzw.: Pfeif doch mal … such´s dir aus.

 
 
 

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