UNSOCIAL MEDIA

Handy schauen statt reden

Es ist wie eine Pest in unserem Miteinander: Phubbing - eine Wortkreation bestehend aus phone (Telefon) und snubbing (brüskieren). Wenn Menschen beisammen sitzen und am Handy hängen, statt miteinander zu reden. ​


Unglaublich: wie eine Epidemie hängen so viele Menschen an ihren Handys. Es geht dabei nicht nur um  Facebook oder WhatsApp oder sms, auch wenn in den Fotos gestöbert wird, nur kurz eine Notiz gemacht wird, etwas recherchiert wird: Wie heißt der Schauspieler? .. du weißt schon .. in dem Film … du weißt schon  - und schon hängen alle an Handy und stöbern.

 

Es ist wirklich paradox, weil wir über Social Media die soziale Zugehörigkeit verbessern wollen – ein urmenschliches Bedürfnis. Jedoch können durch phubbing – also durch den Gebrauch des Handys im Zusammensein soziale Beziehungen geschwächt und gestört werden. Es ist ein Geringschätzung und kommt (un)bewusst als Kränkung an: Etwas anderes ist wichtiger als du!

Leider aktiviert der massive Handygebrauch unsere Suchtzentrale im Gehirn – deshalb ist es nicht leicht davon wieder loszukommen, clean zu werden. Der erste ganz wesentliche Schritt dazu ist die Bewusstwerdung, die genaue Selbstbeobachtung: Wie oft? Wie lange? Mit wem? Wirklich wichtig?

Ich sage dazu: Bitte nicht! Lasset uns achtsam sein in unserer Gegenwärtigkeit. Sie ist das Wertvollste, das wir im Miteinander haben. Kann ja sein, dass man ausnahmsweise auf eine wichtige Nachricht wartet oder etwas sehr Wichtiges notieren will. Aber es sollte eben die Ausnahme sein und es sollte kommuniziert werden: Sorry, das dauert nur ganz kurz, dann bin ich wieder bei dir.

Es hat ganz einfach sehr viel mit Respekt und Wertschätzung, bzw. eben mit Respektlosigkeit und Geringschätzung. So ist es.  

Wir sind am glücklichsten, wenn wir gegenwärtig sind, präsent und achtsam.